163: "Warum Hunde keine Konfliktvermeider sind"
Shownotes
Viele Menschen glauben, Hunde seien von Natur aus Konfliktvermeider – immer bemüht um Harmonie. Doch was, wenn das gar nicht stimmt? In dieser Folge geht’s um die unbequeme Wahrheit: Hunde brauchen Auseinandersetzungen, um sich sozial zu orientieren, Grenzen zu klären und Vertrauen zu entwickeln. Und deshalb schauen André Vogt und Eva Birkenholz in der aktuellen Folge von "Der Welpentrainer" wann Konflikte wichtig sind, wie sie sich gesund zeigen – und wann der Mensch unbewusst alles unterdrückt, was eigentlich Kommunikation wäre.
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Transkript anzeigen
00:00:04:
00:00:24: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge vom Weltentrainer Podcast.
00:00:29: Schön, dass du dabei bist.
00:00:30: Und auch heute an meiner Seite Eva Birkenholz.
00:00:32: Hallöchen.
00:00:34: Wie geht's dir heute?
00:00:35: Gut, und
00:00:37: dir?
00:00:38: Ja, muss.
00:00:38: Schön.
00:00:40: Na,
00:00:41: das wird lustig.
00:00:44: Lustig wird es glaube ich gar nicht, denn es geht heute um Konflikte.
00:00:51: Zwischenmenschlich oder zwischen Mensch und Hund oder Hund und Hund?
00:00:55: Je nachdem wie sich diese Folge hier so entwickelt, das kann ich jetzt noch nicht sagen.
00:00:59: Generell geht es darum, warum Hunde keine Konfliktvermeider sind.
00:01:05: Das wird ja häufig diskutiert, ob Hundekonflikte brauchen oder suchen und eigentlich gar nicht haben wollen.
00:01:13: Genau, fangen wir mal an mit ein paar Beispielen.
00:01:16: Was fallen dir so für Konflikte ein bei Hunden?
00:01:20: Ach, da gibt es ja jede Menge, ne?
00:01:21: Also bei Hunden untereinander gibt es ja immer wieder Konflikte, wenn die irgendwas nicht wollen, was der andere tut zum Beispiel.
00:01:30: Oder wenn es um Ressourcen geht.
00:01:32: Oder wenn es um den eigenen Menschen geht in verschiedene Situationen.
00:01:38: Um Raum, um Futter, um Wasser, also diese klassischen Ressourcen.
00:01:41: Und dann gibt es natürlich auch Konflikte zwischen Hund und Mensch.
00:01:46: Absolut.
00:01:47: Auch da wollen wir heute drüber sprechen.
00:01:48: Ja.
00:01:49: Und wir steigen mal ein mit dem Missverständnis vom friedliebenden Hund.
00:01:55: Ja.
00:01:55: Das, was sich so viele Leute so vorstellen immer, dass der Hund genauso wie der Mensch eigentlich sehr friedlebend ist, keine Konflikte möchte, alles ist immer eitel Sonnenschein.
00:02:06: So ist es ja gar nicht.
00:02:08: Wie ist es denn?
00:02:09: Naja, es wird ja gerne so dieses Bild gezeichnet, dass Hunde... Total soziale Wesen sind und kein Wässerchen trüben können und ganz ganz lieb sind.
00:02:20: und es ist aber so, dass Hunde auch untereinander hauptsächlich aggressiv kommunizieren oder viel auch aggressiv kommunizieren.
00:02:29: Bitte?
00:02:30: Ja, genau.
00:02:31: Das ist, glaube ich, was jetzt nicht jeder so hören will, aber was einfach Fakt ist.
00:02:35: Auch Aggressionsverhalten ist Normalverhalten beim Hund.
00:02:39: Wir sehen das nicht gerne und hätten das gerne anders, aber es ist einfach ein Fakt, der nicht von der Hand zu weisen
00:02:44: ist.
00:02:44: Genau.
00:02:45: Dieses Bild vom friedliebenden Hund und vom artigen Hund, das entstammt ja im Prinzip aus dem menschlichen Harmoniebedürfnis.
00:02:52: Also wir wollen uns ja nicht streiten, wir sehen... nicht gerne Aggression.
00:02:56: Wir sehen nicht gerne Menschen, die laut sind und sich durchsetzen, sondern wir sind als Menschen sehr harmoniebedürftig.
00:03:05: Wir möchten, dass möglichst reibungslos alles über die Bühne geht.
00:03:08: Und das ist aber bei Hunden definitiv anders.
00:03:24: In jeder sozialen Gruppe ist es ja wichtig, dass es Regeln gibt.
00:03:28: die in irgendeiner Art und Weise kommuniziert werden müssen.
00:03:31: Und wir Menschen kommunizieren da ja so ein bisschen anders als Hunde, das untereinander machen.
00:03:37: Auf jeden Fall.
00:03:37: Und Regeln sind in dem Fall was Gutes.
00:03:40: Auch das wird ja schon immer oder teilweise als negativ gesehen.
00:03:43: Das ist für das Zusammenleben extrem wichtig.
00:03:47: Und das machen Hunde etwas anders als wir das.
00:03:49: häufig machen oder machen würden.
00:03:52: Auch wieder typabhängig.
00:03:53: Ja, es gibt ja immer Auseinandersetzung, weil in jeder sozialen Gruppe treffen irgendwie unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander, unterschiedliche Motivationen, unterschiedliche Charaktere und Temperamente aufeinander und es wird zwangsläufig zu Auseinandersetzungen kommen.
00:04:08: Und Hundehand haben das in der Regel halt so, dass sie so kommunizieren, wenn sie etwas nicht wollen, dass sie das auch klar ausdrücken.
00:04:16: Und wir Menschen kommunizieren lieber so, dass wir sagen, was wir gerne hätten.
00:04:22: Also, der Hund würde, sagt halt dem anderen einfach, geh nicht an meinen Knochen und wir würden einfach sagen, geh doch vielleicht mal da drüben hin und find deinen eigenen.
00:04:35: Also das ist schon ganz klarer Unterschied in der Art und Weise, wie wir eigentlich kommunizieren.
00:04:41: Und wir möchten oder wünschen uns natürlich auch, dass unsere Hunde diese Form der Kommunikationspflege und immer zu allen nett sind und sich anpassen oder so.
00:04:49: Aber das führt letztendlich häufig dazu, dass es dann am Ende irgendwie explodiert oder dass der Hund halt dann auch wirklich nicht unbedingt sozial kompatibel ist, insofern, dass er halt nicht gelernt hat, auch seine Grenzen zu kommunizieren.
00:05:03: Gerade, wenn wir früh unterbinden, dass so Auseinandersetzungen zwischen Hunden stattfinden.
00:05:07: Weil das ist ja was, was wir nicht sehen wollen und dann brechen wir das auch schnell
00:05:10: ab.
00:05:11: Ja, sofort, sofort.
00:05:12: Kann ja keiner sehen.
00:05:14: Aber wichtig zu verstehen ist, dass es auch, wenn man sich mal fragt... Wie fühlt sich denn ein Hund am wohlsten?
00:05:20: Weil das wollen wir ja alle.
00:05:22: Wir lieben unsere Hunde, wir wollen, dass der Hund sich wohlfühlt.
00:05:24: Wenn man sich diese Frage mal ganz ehrlich stellt, dann ist der oberste Punkt für mich da nicht, kriegt öfter mein Leckerchen viel Liebe und Streichendenheiten, was auch wichtig ist, keine Frage, sondern es geht darum, dass ich genau diese Rolle auch einnehme.
00:05:41: Auch wenn ich vielleicht vom Typ ja ganz anders bin, habe ich trotzdem die Verantwortung meinem Hund gegenüber, diese Rolle einzunehmen und meinem Hund klarzumachen, dass ich keine Konflikte scheue.
00:05:51: Und dass ich mich durchsetzen kann.
00:05:54: Also ist ja ein Konflikt eigentlich kein Zeichen von Schwäche, sondern im Prinzip von Stärke, die der Hund ja am Ende auch braucht, oder nicht?
00:06:02: Sicher, genau.
00:06:03: Er braucht das.
00:06:04: Und wenn man sich das anschaut, auch Hunde untereinander, die souveränen Führungspersönlichkeiten unterhunden.
00:06:11: Schau dir doch mal an, was die für eine Rolle einnehmen.
00:06:13: Die sind super beliebt.
00:06:15: Die anderen Hunde feiern das total.
00:06:17: Die finden das gut.
00:06:17: Die haben keine Angst vor dem.
00:06:19: Ganz im Gegenteil.
00:06:20: Hier geht es wieder um Vertrauen.
00:06:21: Hier geht es darum, einfach ein harmonisches Miteinander hinzubekommen.
00:06:26: Und das wollen wir ja im Endeffekt alle.
00:06:28: Und dazu ist es aber wichtig zu verstehen, dass ich dann auch diese Rolle hin und wieder mal einnehmen muss.
00:06:33: Und hier sind wir wieder mal bei dem schönen Beispiel, wie ein Mensch ... mit einer Situation umgeht versus ein Hund.
00:06:42: Du bekommst ein Welpen zu dir nach Hause.
00:06:44: Was machst du als Mensch?
00:06:46: In der Regel.
00:06:46: Shoppen
00:06:46: erstmal.
00:06:47: Auf jeden Fall shoppen.
00:06:48: Du kaufst alles ein, du freust dich wie Bolle.
00:06:50: Wie geht's weiter?
00:06:51: Dann hole ich den Hund irgendwann von da ab, wo ich ihn herbezogen habe und zeig ihm dann erstmal alles, was jetzt so seins ist und was ihm gehört und wie herzlich willkommen er ist.
00:07:01: Du freust dich, wenn er alles entdeckt und so weiter.
00:07:04: So, und jetzt die gleiche Situation mit einem anderen Hund.
00:07:07: Es kommt ein Welpe dazu.
00:07:10: Ja, der würde sich wahrscheinlich nicht so freuen, wenn der Welpe erstmal alles erobert und würde auch nicht den Hund begleiten oder den Welpen begleiten und sagen, komm doch mal hier, das ist... Eigentlich mein Körbchen, aber wir teilen uns das jetzt.
00:07:23: Und schau doch mal hier, das ist eigentlich mein Futter, aber du kannst es jetzt auch haben.
00:07:27: Das Gegenteil ist in der Regel der Fall.
00:07:29: Auch wieder abhängig davon, was habe ich für ein Typ Hund.
00:07:32: Aber im Normalfall kannst du sagen, dass es dann in den ersten Tagen und Wochen sehr viele Konflikte gibt, wo der Welper aber auch lernt, wie er sich zu verhalten hat und aber auch lernt, dass er dem anderen Hund oder eben den Menschen auch vertrauen kann.
00:07:46: Und weiß, da ist jemand, der entscheidet.
00:07:50: für uns beide.
00:07:51: Und das macht den Alltag am Ende sehr viel einfacher.
00:07:54: Ich habe es ja selber erlebt damals mit meinen Hunden.
00:07:57: Rocky und Pete.
00:07:58: Rocky war drei Jahre alt.
00:08:00: Welche dazu?
00:08:01: Der hat dem alles verboten, was du dir vorstellen kannst.
00:08:04: Der durfte gar nichts.
00:08:06: Und das über mehrere Wochen.
00:08:07: Und auch da wieder das Thema bei mir, das ich gedacht habe, oh nein.
00:08:12: Hinterher mag der gar keinen zweiten Hund.
00:08:15: Ich dachte, das ist ja schön für den.
00:08:17: Vermenschlichung, du interpretierst da Sachen rein.
00:08:20: Und nach ein paar Wochen hat sich das dann langsam eingespielt.
00:08:24: Und die waren fünfzehn Jahre lang ein extrem gutes Team.
00:08:26: Und fünfzehn Jahre lang hat ... Nicht Rocky, weil das war dann am Ende ich, aber von den Beinen untereinander, hat Pete im Rocky auf jeden Fall sehr stark vertraut.
00:08:36: Und das ist ein Beispiel, was ich selbst erlebt habe, aber tausende Beispiele, die wir ja tagtäglich auch erleben.
00:08:41: Ja, und ich glaube auch, dass der Pete von dem Verhalten von Rocky ganz arg profitiert hat.
00:08:47: Und der Pete davon ganz viel auch lernen konnte, also der jüngere Hund, ist der Pete und der ältere Hund ist der Rocky.
00:08:54: der halt super viel dadurch lernen durfte und auch lernen durfte wie... eine ein konflikt so abläuft und das schon im frühen alter und das ist ja auch was, wo ich gerne noch mal mehr darauf eingehen würde, wo wir wirklich aufpassen müssen, dass wir das nicht unseren hunden so sehr verwehren, weil wir unbedingt harmonie wollen und bloß keinen aggressionsverhalten sehen wollen und es fängt ja schon im welpen kurs an oft, dass die leute das nicht ertragen können, wenn man mal sagt als trainer, nee, wir lassen das jetzt mal laufen, weil die hunde sollen ja hier sozial verhalten.
00:09:28: Und da gehört halt diese Kommunikation ganz unbedingt mit
00:09:32: dazu.
00:09:33: Genau, beide Seiten sollen sie kennenlernen.
00:09:35: Und das ist bei den Leuten, da kommt es teilweise zu drastischen Situationen.
00:09:40: Weil da eine komplette Verwendung stattfindet und der Mensch das nicht aushalten kann.
00:09:45: Und jetzt irgendwie denkt, das ist total schlecht für meinen Hund.
00:09:48: Das Gegenteil ist der Fall.
00:09:49: Aber daran sieht man ja wieder, dass man intuitiv als Mensch sich oft komplett konträr... zu dem Fall, wie es ein Hund machen würde.
00:09:57: Und ein Hund macht das ja nicht ohne Grund, haben wir jetzt ja gerade schon ein bisschen beleuchtet.
00:10:01: Und dementsprechend ist es total wichtig, dass ich auch mit einem reinen und guten gewissen Konflikte eingehe, suche, vielleicht sogar am Anfang, also der Rocky hat sie definitiv gesucht, der hat alles genommen, was er bekommen konnte, um möglichst schnell eine Klarheit herzustellen.
00:10:17: Und da habe ich die ganze Menge von gelernt.
00:10:19: Und genauso mache ich es heute auch.
00:10:21: Ja, und das ist halt was, das hast du gerade schon schön gesagt.
00:10:24: Wir Menschen können das auch auf uns übertragen, um halt in die Kommunikation mit unserem Hund gehen zu können.
00:10:31: Aber
00:10:31: was passiert denn, wenn ich meinem Hund das verwehre, diese Kommunikation mit anderen Hunden zu lernen?
00:10:40: Ich bekomme ja dann am Ende vielleicht sogar ein Hund, der nicht gelernt hat, so zu kommunizieren und dann unverhältnismäßig darauf einsteigt oder halt auch komplett in die Flucht geht, weil er zum Beispiel überhaupt nicht schneidet, was da jetzt passiert.
00:10:57: Also angenommen zwei Hunde geraten in irgendein Konflikt.
00:11:00: Und ich habe jetzt einen Hund, der hat überhaupt nicht gelernt, dass man auch abgestuft kommunizieren kann.
00:11:05: Also es ist ja nicht so, dass wenn Hunde in einen Konflikt geraten, dass die sofort in eine wilde Beißerei ausarten und sich gegenseitig hermungslos die Köppe einschlagen, sondern es gibt ja in Konflikten zwischen Hunden Eskalationsstufen.
00:11:22: Und diese üben die Hunde, im besten Fall bereits in jungem Alter, im Sozialspiel miteinander, aber halt auch in den ersten Konflikten, die sie so erleben.
00:11:32: Das heißt, sie müssen lernen, abgestuft miteinander zu kommunizieren.
00:11:36: Und wenn ich das in meinem Hund verwehre, dann kann es halt sein, dass der ganz, ganz lange viel... schluckt, sag ich jetzt mal, und sich zurücknimmt und dann plötzlich komplett eskaliert, weil er nicht gelernt hat, diese Zwischenstufen zu zeigen, weil wir Menschen immer wieder unterbrochen haben und immer wieder gesagt haben, das darfst du nicht, das darfst du nicht, das darfst du nicht.
00:11:54: Ganz genau.
00:11:55: Es geht ja nicht darum, dass wir jetzt hier alles zulassen oder der schöne Satz, das regeln die schon unter sich, blödsinn.
00:12:01: Davon reden wir jetzt nicht.
00:12:03: Aber es geht darum, was ist der beste Erziehungshelfer?
00:12:07: Das ist ein älterer Hund, den du vielleicht zuhause hast.
00:12:09: Der macht seinen Job auf jeden Fall, er kann sich darauf verlassen.
00:12:12: Und das heißt nicht, dass der die ganze Zeit irgendwie aggressiv ist oder sonst was.
00:12:17: Es gibt auch viele Hunde, die sind sehr gelassen, die lassen auch viel zu.
00:12:21: Aber die kennen ganz genau ihre Grenzen und die setzen sie durch und verwalten ihre Ressourcen.
00:12:27: Und wir Menschen machen das oft eben genau andersrum.
00:12:30: Also noch nicht mal, wir machen es nicht, sondern wir machen es andersrum.
00:12:33: Indem wir... Gerade bei so einem süßen Welpen, permanent irgendwie die Aufmerksamkeit haben wollen oder der Hund kriegt permanente Aufmerksamkeit, darf auch erst mal alles.
00:12:41: Das ist ja noch ein Baby und so weiter.
00:12:43: Und das hat natürlich Auswirkungen, das hat Konsequenzen.
00:12:46: Wenn auch nicht sofort, aber in ein paar Wochen und Monaten zeigt sich das dann.
00:12:50: Und dementsprechend ist es wichtig, auch wenn ich als Mensch vielleicht jemand bin, der Konflikte er vermeidet.
00:12:57: Das kann ja durchaus sein, charakterlich.
00:12:59: Das ist ja jeder auch anders.
00:13:00: Es ist trotzdem meiner Meinung nach wichtig, es zu lernen und es ist machbar definitiv, das beim Hund anders zu machen.
00:13:07: Einfach, weil wir die Verantwortung haben für diesen Hund, weil wir verstanden haben, wie Hunde untereinander unterwegs sind und weil wir unseren Job machen.
00:13:16: Und es dazu führt, dass wir ein harmonisches Miteinander haben.
00:13:20: Und darum geht es ja.
00:13:21: Genau.
00:13:21: Und nur weil der Hund nie irgendwie was sagt, ist ja nicht zwangsläufig ja ein braver Hund, sondern vielleicht halt einer, der dann in Konflikten eher quasi den Kürzeren zieht oder auch einer, der vielleicht sogar gestresster ist, als er eigentlich sein müsste.
00:13:36: Weil man kennt das ja von sich selber, wenn du jetzt irgendwie mit jemandem ein Thema hast.
00:13:40: Also keine Ahnung, du hast irgendwas, was dich an mir stört.
00:13:44: Einiges.
00:13:45: Einiges.
00:13:45: Genau.
00:13:46: Das weiß ich aber, weil du es mir mitteilst.
00:13:49: Aber
00:13:49: stell mal vor.
00:13:50: Du müsstest das jetzt die ganze Zeit für dich behalten.
00:13:53: Und dann staut sich das so an und irgendwann in einem Streit über eine Kleinigkeit oder über eine kleine Meinungsverschiedenheit explodiert das dann.
00:14:02: Das ist ja auch nicht besonders souverän.
00:14:06: Das ist ja auch was, was bei Hunden durchaus auch vorkommt.
00:14:09: Und wo wir als Menschen lernen können, miteinander unsere Grenzen zu kommunizieren, können Hunde untereinander das halt auch.
00:14:17: Und dann darf man halt auch zeitig sagen, wenn einem was nicht passt, anstatt das halt immer nur für sich zu behalten und in sich reinzufressen.
00:14:25: Wichtig ist, dass ich das nicht emotionalisiere.
00:14:27: Das ist nicht emotionalhandel, was wir ja oft tun und dann eben auch intuitiv, sondern dass ich mir klarmache, wie kommunizieren Hunde?
00:14:35: und dass ich mir klarmache, es ist wichtig für meinen Hund, dass ich Konflikte eingehe und Konflikte am besten auch häufig für mich entscheide.
00:14:44: Gerade am Anfang vermehrt hinterher weniger.
00:14:59: Lass uns mal über Mensch-Hund-Konflikte sprechen.
00:15:03: Also was würdest du sagen, wo sind so die häufigsten Reibungspunkte, warum ist es wichtig, dass wir Menschen mit Hunden Konflikte eingehen?
00:15:12: und wie?
00:15:13: so sollten wir die häufig für uns entscheiden, hast du ja gerade schon gesagt.
00:15:16: Genau, also erst mal, was gibt es da so für Sachen?
00:15:19: Es gibt erst mal Regeln und Grenzen zu Hause.
00:15:22: Ja.
00:15:23: Raum, wo darf mein Hund hin?
00:15:25: Wo ist sein Platz?
00:15:26: Wo darf er vielleicht doch erst mal nicht hin?
00:15:28: Auf die Couch oder ins Bett oder was auch immer.
00:15:32: Dann geht es weiter mit Ressourcen, Spielzeuge, Fressen und so weiter.
00:15:39: Wie gehe ich damit um?
00:15:40: Gehe ich da auch mal so ein Konflikt ein oder für den erstmal bewusst herbei und regelt ihn dann für mich.
00:15:47: Also da gibt es eine ganze Menge Situationen.
00:15:51: wo es zu Konflikten kommen kann, wo es aber auch möglich ist, diesen Konflikt zu meiden.
00:15:56: vom Menschen ausgesehen.
00:15:58: Es macht das den Sinn, den Konflikt zu
00:15:59: machen?
00:15:59: Nein, es macht überhaupt gar keinen Sinn.
00:16:02: Das ist ja das Gegenteilige.
00:16:04: Wir Menschen denken das oft.
00:16:06: Wir denken dann weiter.
00:16:07: Wir denken, was passiert jetzt?
00:16:08: Hat mein Hund mich dann noch lieb?
00:16:10: Sieht er mich dann als böse an?
00:16:12: und so weiter?
00:16:13: Was die Leute aber nicht verstehen, ist genau das Gegenteil passiert.
00:16:16: Du wirst hochspannend für deinen Hund.
00:16:18: Und nicht, weil du die Leckerchen in der Tasche hast oder weil du deinem Hund dauernd was Tolles gibst, sondern einfach nur, weil du deinen Job machst.
00:16:26: Und es ist notwendig und wichtig, und zwar nicht nur beim Welpen, auch beim Tierschutz und der schon was älter ist oder so, wenn ich einen Hund neu bekomme, möglichst viele Konflikte einzugehen und damit... relativ schnell Klarheit zu schaffen.
00:16:40: Ja.
00:16:41: Allerdings ist es schon manchmal, finde ich, sinnvoll Konflikte zu vermeiden, wenn ich noch nicht in der Lage bin, die für mich zu entscheiden.
00:16:48: Dann kann ich sie managen, dann kann ich dafür sorgen, dass ich das Thema jetzt nochmal bei Seite schiebe, sozusagen.
00:16:54: Klar.
00:16:55: Sag mal ein Beispiel dazu.
00:16:56: Wenn ich mich zum Beispiel in Hundebegegnungen nicht durchsetzen kann und meinem Hund das verbieten kann, dass er an der Leine eskaliert.
00:17:02: dann würde ich halt erstmal versuchen, in kleineren Konflikten anzufangen und mich da hinzuarbeiten und erstmal vermeiden, in diesen Situationen überhaupt was zu machen, weil es letztendlich ja auch Auswirkungen hat, wenn ich einen Konflikt eingehe und den dann halt nicht
00:17:16: vermitteln würde.
00:17:16: Das ist absolut richtig.
00:17:17: Und da kommen wir wieder zu einem ganz wichtigen Punkt, nämlich der, dass die Leute oft denken, ich habe jetzt hier ein Problem in der Hundebegegnung.
00:17:25: Mein Hund rastet aus.
00:17:27: Und dann kommt oft die Frage an den Hund und fragt, was mache ich denn jetzt da?
00:17:30: Aber die Antwort ist nicht, was machst du jetzt da, sondern die Antwort ist, was machst du im Kleinen zu Hause?
00:17:35: Was gibt es denn da vor Konflikte?
00:17:37: Nimmst du deine Rechte, die du in deiner Position als Entscheider haben solltest, überhaupt den Anspruch oder nicht?
00:17:43: Und das ist immer das Erste, was ich mit den Leuten mache.
00:17:45: Bevor ich in der Hundebegegnung gehe, klären wir doch erst mal überhaupt, wie sieht dein Hund dich eigentlich?
00:17:50: Wie reagiert er denn jetzt da drauf, wenn du eine ganz banale Situation, die jeder kennt, der unsere Sendung kennt?
00:17:56: Der ist einfach wie bei Anspruch und Futter, was auf dem Boden liegt mal für uns.
00:18:00: Und dann schicke ich ja oft die Leute einfach in die Situation rein, weil das extrem viel aussagt.
00:18:05: Weil mir der Hund genau sagt, wie er das jetzt gerade sieht.
00:18:09: Und weil der Mensch mir zeigt, wie er damit umgeht.
00:18:11: Und da gibt es dann immer klare Verhaltensmuster, die mir als Trainer helfen, zu verstehen, wie es in der Beziehung zwischen dem Hund und dem Menschen gerade aussieht und wo ich ansetzen muss.
00:18:21: Und das ist in der Regel nie in der Problemsituation selbst.
00:18:24: Und es geht ja bei diesen Konflikten immer so ein bisschen darum, die eigene Lage für sich zu klären.
00:18:30: Und deswegen sind Hunde, und da haben wir ja auch schon darüber gesprochen, Hunde sind ja Opportunisten, die machen ja gerne das, was für sie am besten ist, sind ja schon daran interessiert, ihre persönliche Lage so ein bisschen zu verbessern, ihren Status zu verbessern, sich besser zu fühlen.
00:18:44: Und deswegen ist es halt auch so, dass Hunde diese Konflikte nicht scheuen in der Regel.
00:18:48: Natürlich gibt es auch super unsichere Exemplare, die halt gucken, dass sie möglichst allem aus dem Weg gehen.
00:18:54: Aber normalerweise ist es halt so, wenn da ein Konflikt kommt, dann ist der Hund Und wenn es für ihn von Bedeutung ist, auch interessiert daran, diesen Konflikt einzugehen.
00:19:04: Ja, und auch wenn es gar nicht so sehr eine Großbedürtung hat, einfach nur, weil er es ausprobieren will, dieses, der Hund testet dich aus, kennst du bestimmt auch so, sagt man ja dann oft.
00:19:14: Ja, und sicherlich gibt es da Situationen, gerade dann, wenn die Situation unklar ist.
00:19:19: Also wenn dem Hund nicht klar ist, dass du der Entscheider bist, dann kommt es dann häufiger dazu wahrscheinlich, dass der Hund es mal austestet oder mal bewusst in Konfliktsituationen reingeht und mal guckt, was passiert.
00:19:32: Und wenn dann intuitiv immer wieder oft da Erfolg da ist, dann muss ich mich doch ehrlicherweise nicht wundern, wenn ich jetzt draußen bin und es geht um was wirklich Wichtiges, dass ich da nicht mehr bei meinem Hund ankomme, dass die Leute mir dann sagen, ja, da ist ja keiner mehr zu Hause, da kann ich jetzt machen, was ich will, der nimmt mich nicht mehr ernst.
00:19:50: Ja, aber das beginnt nicht da, sondern das beginnt bei dir zu Hause.
00:19:53: Ja, wenn ich nicht mal in der Lage bin, meinem Hund den Krümmel Futter zu Hause im Wohnzimmer auf dem Boden zu verbieten, dann brauche ich in dieser Hundebegegnungssituation halt gar nicht anfangen zu verbieten, dass er an der Leine...
00:20:03: Genau, aber das ist ja auch gleichzeitig dann eben... Die Lösungsstrategie, das zu verstehen, dass das zusammenhängt ist, dass der Hund ein Bild von dir hat.
00:20:12: Und dass ich erstmal herausfinden muss, wer ist denn bei euch derjenige, der hier die Entscheidungen trifft?
00:20:17: Und ganz häufig ist das der Hund.
00:20:20: So, A, weil der Mensch Hemmungen hat, sich durchzusetzen.
00:20:24: Weil der Mensch ein Konfliktvermeider
00:20:25: ist.
00:20:25: Weil der Mensch ein Konfliktvermeider ist und weil wir gar nicht in so eine Klarheit reinkommen.
00:20:30: Speziell auch bei sehr unsicheren Hunden.
00:20:32: Dann machen wir nochmal das Thema Tierschutz auf.
00:20:35: So, da könnte man jetzt sagen, der kommt ja aus der Tötungsstation hier, da muss man ja... Mitleid haben oder sowas.
00:20:42: Hier gibt es unter Hunden nicht.
00:20:43: Steckt doch mal so ein Hund aus dem Tierschutz in ein bestehendes Rudel hinzu.
00:20:46: Habe ich noch nie gesehen, dass die dann da hinkommen und sagen, Herzlich willkommen, komm mal her, du Armer.
00:20:51: Ganz im Gegenteil.
00:20:52: Aber für den...
00:20:53: Aber auch erst mal mit dem ausgetestet.
00:20:54: Natürlich.
00:20:55: Und wahrscheinlich sogar stark.
00:20:57: Aber gerade diese Hunde brauchen das.
00:21:00: Die brauchen das, um sich sicher zu fühlen.
00:21:02: Wann fühlst du dich sicher, wenn jemand da ist, der es regelt.
00:21:05: Der weiß, wo es lang geht.
00:21:07: Der Entscheidungen treffen kann zu Gunsten.
00:21:09: des Rudels von allen.
00:21:11: Und dann geht es dir gut und dann bist du entspannt und damit hast du Rechte und Pflichten.
00:21:16: Du hast gerade so einen wichtigen Punkt gesagt mit zugunsten des Rudels oder zugunsten des Teams und das ist ja häufig was, was, finde ich, missverstanden wird, weil es geht ja nicht darum, hier so eine Alpha Position.
00:21:27: Nein, überhaupt nicht.
00:21:29: Und nur hier Chef sein zu wollen und deswegen jeden Konflikt für sich zu entscheiden, damit ich hier der Babo bin in der Beziehung mit dem Hund.
00:21:37: Sondern es geht ja vor allen Dingen darum.
00:21:39: Aber das hört sich auch wieder.
00:21:40: Warum denn nicht?
00:21:42: Könnte man ja auch mal sagen, wenn ich doch verstanden habe, dass das für meinen Hund wichtig und gut ist.
00:21:46: Wir wollen das aber nicht wahrhaben.
00:21:48: Genau, aber es geht ja nicht darum... dass ich ein Mensch bin, der halt nur im eigenen Sinne entscheidet, sondern ich darf ja Teamleiter sein, sage ich jetzt einfach mal, aber dann entscheide ich mich ja immer noch pro Gemeinschaft und nicht nur pro Ego für mich.
00:22:04: Und darum geht es halt, es geht nicht nur darum, dass ich pro Ego für mich entscheide, was der Hund jetzt darf und was nicht, sondern einfach, um dafür zu sorgen, dass er in der Lage ist, so wie du es gerade eben auch gesagt hast, sich sicher zu fühlen, weil er weiß, ich entscheide in seinem Sinne.
00:22:18: Was natürlich nicht in jedem Konflikt der Fall ist, weil wenn der Hund was fressen will und ich will das nicht, ist es natürlich nicht in seinem Sinne.
00:22:24: Aber trotzdem
00:22:25: in dem
00:22:25: Moment nicht.
00:22:26: Aber im Gesamtbild, im Großen Ganzen, vermittel ich dadurch, dass ich in der Lage bin, Verantwortung für die Lage meiner Bundeszüberität.
00:22:32: Und du bist ja auch nicht nur am Konflikte händeln, sondern da gibt es ja auch noch ganz viel anderes.
00:22:38: Qualitativ wichtige Zeit, die für die Beziehung wichtig ist.
00:22:43: Aber wir sprechen jetzt nun mal über das Thema Konflikte heute.
00:22:46: Und ich finde das so wichtig, mal zu sagen.
00:22:49: Egal wie du charakterlich drauf bist, es ist deine Verantwortung.
00:22:53: Ich sage das ganz klar, es ist deine Verantwortung.
00:22:55: Verstehe das, verstehe wie dein Hund drauf ist, wie er unterwegs ist und mach deinen Job verdammt nochmal.
00:23:00: Mach deinen Job und sorg dafür, dass dein Hund sich wohlfühlt.
00:23:04: Wir machen das nicht aus den Gründen, die du gerade gesagt hast, hier Babo, Chef oder sonst was, sondern es geht darum, dass mein Hund möglichst sich sicher fühlt.
00:23:16: möglichst viel Freiheit hat, ohne Laune laufen kann und dass ich auch Freude an meinem Hund habe.
00:23:21: Weil wie viele Tausenden Hundebesitzer kennst du bitte, wo der Alltag nicht so spaßig ist, wo es einfach gar keinen Spaß mehr macht, mit dem Hund spazieren zu gehen.
00:23:30: Für den Hund nicht, aber auch nicht für den Besitzer.
00:23:33: Und das hängt häufig, sehr, sehr häufig eben auch gerade mit diesem Thema zusammen.
00:23:50: Lass uns noch mal kurz darüber sprechen, was mit dem Menschen passiert, wenn der Hund das erste Mal bewusst den Konflikt mit dem Menschen sucht.
00:23:56: Und da können wir ja schon mal
00:23:58: ganz
00:23:58: klein anfangen.
00:23:59: Ich erinnere mich zum Beispiel daran, dass eine Kollegin von uns ihren Welpen abgeholt hat und hat dem für die Autofahrt so einen Kausstänkchen gegeben und wollte dann dem Welpen die Kausstange wieder wegnehmen, als irgendwie die Autofahrt vorbei war.
00:24:12: Und da hat der Welpe schon den ersten Konflikt mit ihr aufgemacht.
00:24:18: Und nach der Hand geschnappt, die diesen Cowartikel wegnehmen wollte und wollte sich das nicht abnehmen lassen.
00:24:24: Und da ist halt so der Punkt, wo, was passiert da in den Menschen?
00:24:27: Wir reden jetzt mal nicht von Hundetrainern, die wissen, was der Hund damit meint.
00:24:31: Ich
00:24:31: glaube mir, dass es Leute gibt, die fahren wieder zurück und sagen hier, sie haben mir einen aggressiven Hund mehr gegeben.
00:24:38: Das geht ja so nicht.
00:24:39: So was habe ich mir jetzt nicht vorgestellt.
00:24:40: Genau.
00:24:41: Und das macht was mit den Menschen, wenn der Hund das erste Mal dahergeht und sagt, ich will das aber nicht, dass du dieses oder jenes mit mir machst.
00:24:48: Und da diese emotionale Stärke zu haben und zu sagen, ach, Schätzelein.
00:24:53: Du musst das aber wollen.
00:24:55: Und dadurch zu gehen und zu sagen, da reibe ich mich jetzt mit dir.
00:24:58: Und obwohl du das wirklich ganz, ganz deutlich nicht willst und wirklich proaktiv gegebenenfalls ein Konflikt mit mir suchst, ziehe ich das durch, auch gegen Widerstände.
00:25:08: Und das ist halt was, wo man, glaube ich, auch über Wissen weiterkommt und auch über die Einstellung, dass das wichtig ist für meinen Hund.
00:25:19: Ja
00:25:19: und es nicht persönlich nehmen.
00:25:21: Das ist ja auch auf so einen Punkt, dass man das dann irgendwie dem Hund persönlich nimmt.
00:25:24: Das ist ja totaler Blödsinn.
00:25:26: Sondern es geht hier mehr um Wissen.
00:25:28: Ich habe die Verantwortung und ich mache meinen Job.
00:25:31: So und das kann sehr früh losgehen.
00:25:32: Jetzt in so einem Extremfall kann das passieren.
00:25:35: Es kann aber auch ganz normal laufen.
00:25:36: Es wird irgendwann dazu kommen.
00:25:38: Und wenn es nicht dazu kommt, weil ich einen Hund habe, der vielleicht auch gerade schon im eigenen Wurf eher die untere Position hatte und es gar nicht so häufig versucht oder so, aber auch da ist es extrem wichtig, dass ich diese Situationen bewusst inszeniere, bewusst aufsuche, um Klarheit zu schaffen.
00:25:55: Mir geht es ja um nichts anderes als Klarheit zu schaffen.
00:25:58: Wie sieht es aus in unserer Beziehung?
00:26:00: Wer trifft die Entscheidungen?
00:26:02: Wenn es der Hund ist, führt es zu Problemen.
00:26:04: Unweigerlich.
00:26:05: Und das ist halt so ein Punkt.
00:26:07: das erst mal auch für sich einzuordnen und zu sagen, es ist nicht schlimm, dass der Hund das macht.
00:26:11: Weil das ist ja, wie wir ganz am Anfang schon gesagt haben, absolutes Normalverhalten, dass der Hund versucht, diese Ressourcen jetzt mal, bleiben wir mal bei dem Beispiel, für sich zu beanspruchen.
00:26:21: Das ist ja erst mal nicht schlimm.
00:26:22: Das ist ja wirklich,
00:26:24: als
00:26:24: Sicht des Hundes völlig normal.
00:26:26: Vielleicht hat er auch schon damit Erfolg gehabt.
00:26:29: Genau, und deswegen zeigte das.
00:26:30: Also ganz normales Verhalten, was der Hunter zeigt, bei dem man sich erst mal keine Gedanken machen muss.
00:26:35: Und ich guck auf meine Hand und sehe eine kleine Narbe, und ich erinnere mich noch sehr gut an den, einen Mali-Noir-Welpe.
00:26:42: Der war, glaube ich, weiß ich nicht, vierzehn Wochen oder so, war der alt und der hat richtig, richtig losgetackert, sobald irgendwas passiert ist.
00:26:51: was ihm nicht gepasst hat.
00:26:53: Und da war ganz klar, der sucht den Konflikt, der will den Konflikt und der ist definitiv kein Konflikt vom Meider.
00:26:59: Und der war bei meiner Familie mit kleinen Kindern, die nicht in der Lage waren, so richtig diese Konflikte dann für sich zu entscheiden.
00:27:07: Und was passiert mit so Hunden im weiteren Verlauf?
00:27:11: Ja.
00:27:11: Wie wenn weitergegeben, dann hast du oft so, der Hund ist sechs Monate alt, hat schon vier Besitzer gehabt.
00:27:17: Und
00:27:17: warum werden die weitergegeben?
00:27:18: Weil was macht der Hund im weiteren Verlauf mit den Menschen, die immer wieder Konflikte vermeiden?
00:27:23: Der wird immer wieder
00:27:24: Neue aufmachen.
00:27:26: Natürlich.
00:27:27: Aber die Schuld wird am Ende dem Hund gegeben.
00:27:30: Der ist verhaltensauffällig, was stimmt er mit dem nicht, er ist die Rasse oder was auch immer.
00:27:35: Und dann haben wir den Salat.
00:27:36: Und dann wird es natürlich auch im Verlauf immer schwieriger.
00:27:39: Wobei man aussagen muss, das ist ja oft, es gibt ja... bestimmte Stellen, wo solche Hunde dann eben irgendwann landen.
00:27:46: Und wenn ihr das dann anguckt, ich weiß gar nicht mehr, wie sie hieß, hatten wir auch schon mal hier bei uns im Podcast, die mit, keine Ahnung, thirty-fünf Schäferhunden, die irgendwie aus problematischer Haltung kommen, unterwegs ist, ohne Leine und das Ganze steuert und immer wieder neue Hunde damit integriert.
00:28:01: Wie ist denn so was möglich?
00:28:03: Das würde ja sich komplett widersprechen.
00:28:07: Aber nein, weil sie von Anfang an direkt klar macht, wie das Ganze hier läuft.
00:28:11: Genau.
00:28:12: Und das heißt nicht, dass der Hund das nicht vielleicht da auch einmal versucht oder zweimal, aber wenn er die entsprechende Antwort auf seinen Verhalten bekommt, wird er das auch sehr schnell einstellen.
00:28:21: Und deswegen ist es halt ganz wichtig, dass man immer aufs große Ganze guckt und halt drauf guckt, warum macht der Hund das jetzt?
00:28:27: beziehungsweise, was hat der Hund denn gelernt?
00:28:29: Weil letztendlich sind wir auch da wieder bei dem Punkt, dass Hunde ja durch auch ihr Konfliktverhalten lernen.
00:28:34: Das heißt, wenn der Welp schon lernt, wenn ich meinen Menschen anknurre, lässt er mir meinen Cowartikel.
00:28:41: Würde dieses Verhalten in Zukunft natürlich häufiger zeigen.
00:28:44: Oder weiter ausbauen.
00:28:45: Oder weiter ausbauen.
00:28:46: Wenn er lernt, da hinten riecht's gut.
00:28:47: Ich zieh jetzt mal hier ordentlich alleine.
00:28:48: Mein Mensch bewegt sich hinter mir her.
00:28:51: Ich steuer, wo wir hingehen.
00:28:53: Ich steuer, wen wir begrüßen.
00:28:54: Ich steuer, wen wir jagen.
00:28:56: Und so weiter.
00:28:56: Das kannst du ja endlos weiterspinnen.
00:28:58: Man muss ja jetzt nicht immer von diesen großen Konflikten.
00:29:01: Das ist ja das Erste, was einem im Sinn kommt.
00:29:03: Hunde prügeln sehe ich.
00:29:04: ich rangeln mit meinem Hund, wir streiten uns richtig.
00:29:06: Es gibt ja auch schon so kleine Mikrokonflikte.
00:29:09: Und dabei, da ist es halt ganz klein, wo du gerade, was du gerade schon angeschnitten hast, dieses Werlenk wählen.
00:29:15: Ist ja auch immer wieder so ein kleiner Konflikt, der jetzt nicht unbedingt mit viel Reibung zu tun hat, aber wo es halt wirklich darum geht, dass die Hunde im Prinzip austesten, wer jetzt was entscheiden darf.
00:29:26: Und alleine diese Mikrokonflikte haben im Alltag schon großen Einfluss oder können großen Einfluss auf das Verhalten meines Hundes haben im größeren Alltag
00:29:37: sein.
00:29:38: Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass da auf der Schüssel liegt.
00:29:41: Die Leute sind problembezogen, die verstehen nicht, warum dieses Problem da ist.
00:29:45: Meistens ist der Hund schuld.
00:29:48: Ich mach den Leuten gar keinen Vorwurf, wenn sie sich damit nicht so gut auskennen.
00:29:50: Aber das ist dann oft der Punkt.
00:29:53: Und dann geht es nur darum, wie kann ich jetzt dieses Problem lösen?
00:29:56: Ein Kleffen, mein Hund bellt dauernd oder eben Hundebegegnung oder jagen oder sonst was.
00:30:01: Und die bekommen den Zusammenhang überhaupt gar nicht hin, dass es vielleicht damit zu tun hat, dass ich zu Hause hier alles mache, was mein Hund mir befiehlt, ohne dass ich das großartig vielleicht sogar merke oder wahrnehme, weil mir das Bewusstsein dazu fehlt.
00:30:16: Oder weil ich im häuslichen Bereich auch oft ja gar keine Probleme habe oder viel in Kauf nehme.
00:30:23: Aber die Lösung von so einem Problem eben nicht nur damit steht, wie verhalte ich mich jetzt in der Situation anders?
00:30:29: Das spielt natürlich eine Rolle.
00:30:30: Aber die Wurzel des Ganzen, die liegt meist woanders, die liegt in diesen Mikro, wie gesagt, das Mikrokonflikten, in diesen kleinen Sachen.
00:30:39: Und wenn ich da eine Thematik habe, dann mache ich so viel, ich kann.
00:30:43: Da nehme ich jeden Strohhalm, den ich kriegen kann, um meinem Hund sofort zu zeigen.
00:30:47: Und das völlig gewaltfrei und klar.
00:30:50: Ich bin derjenige hier, du kannst dich auf mich verlassen.
00:30:53: Ich setz mich durch am Ende des Tages.
00:30:55: Und das führt auch dazu, dass ich meinen Hund problemlos, ohne Leine kontrollieren kann.
00:30:59: Auch bei starken Reizen und Ablenkungen.
00:31:03: Als Tipp vielleicht zum Schluss noch mal, wenn ihr irgendwie so Themen habt mit eurem Hund, der im ... in der sozialen Kommunikation mit anderen Hunden irgendwie Schwierigkeiten habt, dann macht es durchaus Sinn, eine gut geführte Sozialkontaktgruppe zu besuchen, in der angeleitet Hunde zusammengelassen werden, in der strukturierte Hundekontakt zugelassen wird und der Hund dann natürlich auch lernen kann, sich in Anführungsstrichen besser zu verhalten oder klarer zu verhalten und auch ihr klare Tipps mit an die Hand bekommen, wie ihr das Verhalten eures Hundes in Zukunft bewerten könnt.
00:31:40: oder trainieren könnt.
00:31:41: Und ja, da auf jeden Fall drauf achten, dass das nicht auch wieder so eine reine Spielgruppe ist, wo dann einfach alle Hunde zusammengeschmissen werden.
00:31:48: Und wir gucken mal, wer sich mit wem prügelt, sondern halt wirklich ganz strukturiert und angeleitet und mit ganz, ganz viel Erklärung, was da gerade passiert, damit ihr auch zukünftig bewerten könnt, wie euer Hund sich da verhält und das natürlich nicht menschlich, sondern fachlich richtig.
00:32:04: Ja, ist auf jeden Fall nochmal ein guter Tipp.
00:32:05: Aber was ich euch noch viel mehr ans Herz denken würde, ist einfach mal zu Hause.
00:32:09: drauf zu schauen.
00:32:10: Gehst du Konflikten aus dem Weg?
00:32:12: Braucht dein Hund vielleicht Konflikte?
00:32:15: Ist es vielleicht mal an der Zeit jetzt eine klare Struktur?
00:32:17: Das ist zum Beispiel was, was ich immer machen würde.
00:32:19: Wenn ich ein Hund habe und es passt einfach nicht und so weiter, immer erstmal zu sagen, okay, ab heute ist es meine Couch, es sind mein Futter, meine Spielzeuge und die ganze... Ich lass nicht zu, dass mein Hund hinter mir herläuft.
00:32:32: Ich nehme das alles wahr, ich lass keine taktischen Plätze zu.
00:32:35: Also Sachen würde ich... extremst mit einbauen.
00:32:39: Warum extrem?
00:32:41: Weil ich es meinem Hund so leicht wie möglich machen will.
00:32:44: Weil ich es nicht nur so ein bisschen mal machen will, sondern dann suche ich mir jeden Konflikt oder führe auch Konflikte herbei, um Klarheit zu schaffen und um dahin zu kommen.
00:32:54: Einfach ein reibungsfreies, schönes, entspanntes Verhältnis, eine gute Beziehung zu meinem Hund zu haben.
00:32:58: Voll.
00:32:59: Weil letztendlich ist es ja so, dass... wenn man eine entspannte Beziehung haben will und Ruhe haben will, dass das nicht durch Vermeidung erreicht werden kann, sondern dadurch, dass man gezielt halt diese Konflikte klärt.
00:33:10: Ja, und es ist doch gar nicht so schwierig.
00:33:12: So oft scheuen wir uns als Menschen oder repetieren da viel zu viel rein, aber hier noch mal eine ganz klare Empfehlung für alle, die das jetzt irgendwie hören und sagen, okay, vielleicht bei meinem Hund ist das schon so oder da wäre das mal notwendig, mach das, mach das und du wirst in kürzester Zeit sehen, dass sich Dinge verändern.
00:33:31: Du wirst in kürzester Zeit sehen, dass dein Hund dich plötzlich anders sieht, dass du mehr entscheiden darfst, dass du spannender und interessanter wirst, ohne dass du ablenken oder bestechen musst oder sonst was.
00:33:43: Und das ist genau das Ziel.
00:33:44: Und deswegen war diese Folge heute auch besonders wichtig, wie ich finde.
00:33:47: Finde
00:33:47: ich auch.
00:33:48: Finde ich auch.
00:33:48: Sehr schön.
00:33:49: Hat Spaß gemacht.
00:33:50: Auf jeden Fall.
00:33:50: Ich hoffe euch auch.
00:33:51: Und wir hören uns wieder in vierzehn Tagen mit einem neuen Thema.
00:33:56: Bis dahin.
00:33:56: Alles Gute.
00:33:57: Tschüss.
00:33:57: Der Welten-Trainer-Podcast ist eine Produktion der Media-Mails GmbH in Zusammenarbeit
00:34:08: mit Seven
00:34:09: One Audio.
00:34:13: Neue Folgen
00:34:14: gibt es alle vierzehn Tage Sonntags.
00:34:16: Überall da, wo es Podcasts gibt.
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